Kreisjugendtag 2026
Der 2. Kreisjugendtag im Landkreis Stade
Am 07.02.2026 fand im alten Schlachthof Stade der zweite Kreisjugendtag (KJT) des Kreisjugendring Stade e.V. (KJR) statt. Der KJT ist ein Netzwerktreffen bei dem die Belange und Probleme von Stader Jugendlichen und Kindern, aber auch der Vereine und Organisation, die sich mit Jugendarbeit beschäftigen, im Fokus stehen. In Workshoprunden werden Problemlagen besprochen, diskutiert und bereits erste Ideen zur Lösung oder Besserung entwickelt. Am Ende des Tages wurde ein Beschluss gefasst. Dieser beinhaltet den Auftrag, an den KJR, alle Themen zu bearbeiten und Voranzubringen.
Mit über 50 Teilnehmern waren an diesem Tag unteranderem Vertreten: die Blaulichtverbände, die Pfadfinder, die Musikvereinigung, Vertreter*innen von SJR und Jugendkonferenzen, die Sportjugend, Vertreter*innen kirchlicher Jugendgruppen, der Ankerplatz Stade, politische Jugendorganisationen und viele mehr. Insbesondere haben wir uns über die Anwesenheit unseres Landrates Kai Seefried und der pädagogischen Leitung vom Amt Jugend und Familie Stade Frauke Schulte gefreut.
Nach einer kurzen Begrüßung von unserem Bildungsreferenten Kai-Janis Skalitz, unserem Präsidenten Sebastian Klinge und abschließend des Landrates Kai Seefried ging es bereits in die erste Workshoprunde hier konnte die Teilnehmenden sich bei den Themen Mobilität, Erwartungen an die Ehrenamtskoordinatorin, Zugänglichkeit des Ankerplatzes und Treffpunkte, Angebote, Informationen und Vernetzung einbringen und mitdiskutieren. Nach einer Pause für Kaffee, Kuchen, Obst und Candy-bar ging es in die zweite Workshoprunde mit den Themen: Strukturen im Kreisschülerrat, Ehrenamtsförderung, Prävention vor sexualisierter Gewalt und Organisation des Erstwählerforums.
Abschließend wurden die Ergebnisse präsentiert, über den Beschluss abgestimmt und Schlussworte gesprochen. Wir bedanken uns hier noch einmal herzlich bei allen Teilnehmenden für ihre Teilnahme, ihr Interesse und Engagement! Der KJT war ein voller Erfolg und wir hoffen, dass ihr in zwei Jahren bim nächsten KJT 2028 wieder mit dabei seid.
1. Mobilität
Der LK Stade ist ein suburbaner Raum und daher eher schlecht mit ÖPNV ausgestattet. Besonders je weiter man in die ländlichen Regionen und Dörfer geht. Dies ist nicht nur ein generelles Problem. Sondern auch im speziellen für die Jugendarbeit. Die Wege sind lang und das ÖPNV-Netzwerk schlecht. Nicht selten haben Busse und Bahnen Verspätung oder fallen aus - wenn denn überhaupt welche fahren. Jugendliche schränkt dies stark in ihrer Freizeitgestaltung ein. Sie haben wenig bis keine Möglichkeiten zuverlässig zu Jugendangeboten, Hobbys, Vereinen, Sport, Freizeithäusern und -räumen oder privaten Verabredung zu kommen. Neben dem strukturellen Problem kommt ein finanzielles dazu. Die Tickets werden teurer, nicht jede Familie kann sich ein oder mehrere Tickets leisten. Es gibt die Schülertickets, allerding nur ab einem Radius von 3km Luftlinie (Nicht tatsächlicher Weg!) von der Schule und bis zur 10. Klasse. Die höheren Jahrgänge und näher wohnenden Schüler*innen sollten ebenfalls eine Möglichkeit bekommen ihre Freizeit zu gestalten. Die Gruppe hat folgende Ideen und Problematiken ausgearbeitet:
Finanzierung:
- SuS könnten einen Rabatt auf das Deutschlandticket erhalten
- Bürgerbusse könnten (z.B. in den HVV) eingebunden werden, damit die SuS mit dem Schülerticket auch diese Busse kostenfrei nutzen können
- Das Anrecht sollte nicht per Luftlinie, sondern tatsächliche Strecke errechnet werden
- Ggf. Vergünstigungen der Tickets durch eine Juleica
- SuS die zu nah an ihrer Schule wohnen könnten eine gestaffelte Vergünstigung erhalten, um z.B. auch in kalten Wintermonaten sicher zur Schule zu kommen
Ausbau:
- Bessere Anbindung an/ von Dörfern
- Höhere Taktung
- Neue Strecken/ bessere Vernetzung (zu Jugendtreffpunkten, nicht alles über Pferdemarkt)
- Beleuchtete Warteplätze
- Notfallknöpfe/ -Säulen
- Bessere Verbindungen nachts und am Wochenende
- FLINTA*-Taxen?
Warum?
- Vermeidung von Elterntaxen
- Möglichkeit außerschulische Einrichtungen/ Aktivitäten zu besuchen
- Mehr Sicherheit


2. Erwartungen an die Ehrenamtskoordinatorin
Seit bald fast einem Jahr ist die Stelle der Ehrenamtskoordination im LK Stade besetzt. Viele Vereine, Verbände und Organisationen fühlen sich bisher nicht gesehen und haben Fragen bezüglich des Arbeitsfeldes geäußert. Auch wusste keiner so richtig, was genau in das Aufgabenfeld der Koordination fällt und was man von ihr erwarten könne. Bisher wurde keine spürbare Veränderung wahrgenommen.
Im Laufe der Diskussion wurden Erwartungen formuliert und festgehalten:
- Kompetenzabstimmung mit den Kreisverbänden
- Unterstützung bei Förderanträgen/ Fördermöglichkeiten
- Seminarprogramme für Vereinsarbeit und Gemeinnützigkeit
- Strukturübersicht der Verbände und Vereine im Landkreis
- Ansprechbarkeit und Sichtbarkeit
Aus der Gruppe kam der Auftrag die Ehrenamtskoordinatorin zu einem Gespräch einzuladen, um mit ihr über Erwartungen und zukünftige Zusammenarbeit zu sprechen. Dem sind wir bereits gefolgt und haben sie zu unserer Mitgliederversammlung im April 2026 eingeladen.

3. Zugänglichkeit des Ankerplatzes
Der Ankerplatz in Stade möchte besser angenommen, bekannter und besser werden. Hierzu wurden folgende Ideen gesammelt:
- Die Container sollen von unterschiedlichen Vereinen genutzt werden können
- FSJler und der Ferienspaß könnte mit eingebunden werden
- Informieren und Vernetzung
- Wer/wie können Räumlichkeiten genutzt werden
- Eine Große Veranstaltung, um Bekanntheit zu verbessern
- Marketing usw. verbessern
- Verlässlichkeit erhöhen und einen Safes Pace schaffen
- Vertrauens-/ Betreuungsperson
- Diversität in den Gruppen durch Zusammenarbeit mit Vereinen stärken
- Veranstaltungsplan
Dieses ist ein städtisches Thema. Hier müssen die entsprechenden Netzwerke aktiviert werden. Durch dieses Diskussionsthema ist der Bedarf einer Stärkung des Netzwerkes deutlich geworden.

4. Treffpunkte, Angebote, Informationen und Vernetzung
Durch die große Fläche und ländliche Strukturen sowie den schwachen ÖPNV sind die wenigen Orte für Jugendliche schlecht zu erreichen und zum Teil durch schlechte Informationsverteilung nicht hinreichend bekannt. Hier die Ideen der Gruppe:
- Treffpunkte
- Netzt Ausbau, jeder Ort (bestenfalls) eine Einrichtung
- Kapazität, mehr Jugendarbeiter (Freiwillige, Angestellte)
- Standorte, gerade in Brennpunkten ausbauen
- Mobile Jugendarbeit ausbauen
- Öffnungszeiten an Jugendbedarfe anpassen/ ausbauen
- Informationen
- Bandbreite an Verteilung à Plakate
- Schulen
- Social Media
- Bandbreite an Verteilung à Plakate
- Vernetzung
- Haupt- und Ehrenamt gemeinsam (Jukos stärken)
- Mehr Workshops für alte und neue Themen
- Inklusion
- Aktiv, wo es geht (nicht immer möglich)
- Inklusionstag, kann fast jeder!
5. Strukturen im Kreisschülerrat
Aus den Reihen des KSR kam die Rückmeldung, dass der KSR sich zum Teil nicht gesehen und allein gelassen fühlt und weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Auch hier bildete die Gruppe Ideen, Problemlagen und Forderungen:
- Schulen melden die Mitglieder häufig nicht/ Mitglieder werden nicht gewählt
- Strukturverbesserung ist schon (teilweise) im Gang
- In der Schule muss (von der Schule aus) Werbung gemacht werden
- Teilweise unterdrücken die Schulleitungen aktiv die SV
- KSR braucht bessere Begleitung / Unterstützung
- vom LK
- z.B. hauptamtliche Ansprechpersonen für organisatorische und inhaltliche Begleitung
- in der Kreisverwaltung
- Jugendbeauftragter auf Kreisebene
- bei Digitaler Kommunikation
- Mail und Videokonferenzinfrastruktur, Co-Workingplattform
- vom LK
- Informations- und Wissenstransfer
- KSR-Infoveranstaltungen
- Unterstützung vom LK benötigt
- Netzwerkverbindungen, wie macht man was…
- Kommunikationsstrukturen müssen verbessert werden (Gruppen etc.)
- Möglichkeiten schaffen für Videokonferenzen
- KSR-Infoveranstaltungen
- Eigenständige Jugendparlamente
- Räumlichkeiten (zur Lagerung etc.)


6. Ehrenamtsförderung
Die Jugendarbeit lebt von seinen freiwilligen und ehrenamtlichen Unterstützern. Deshalb liegt es allen Vereinen und Verbänden sehr am Herzen dies so attraktiv und einfach wie möglich zu halten. Erfolge in den letzten Jahren waren hier unter anderem der Juleica-Booster und einige Rabatte die man mit der Juleica bereits bekommt. Auf diesem System aufbauend hat die Workshoprunde folgende Ideen zusammengetragen:
- Jugendleiter-Freistellungen bei den Kommunen (idealverweise mit Lohnfortzahlung)
- Jugendleiter- Vergünstigungen ausbauen
- Hallenbäder, Kinos, Eissporthalle, Parken, ÖPNV
- Konkrete Anträge bei Kommunen
- Anwerben durch Ehrenamtskoordination
- Ehrenamts-Steuerfreibetrag für Juleica/ Ehrenamtskarten Inhaber

7. Prävention sexualisierter Gewalt
Sexualisierte Gewalt ist (leider) ein allgegenwertiges und durchaus wichtiges Thema. Besonders die Jugendarbeit sollte sich hier informieren, weiterbilden und geschult sein. Viele Vereine und Verbände haben seit Einführung des Kinderschutzgesetzes 2012 bereits ein Schutzkonzept entwickelt und eingeführt und leben dieses aktiv. Um das Thema zu vertiefen und zu verbessern haben hier die Teilnehmenden der Workshopgruppe folgende Ansätze und Ideen ausgearbeitet:
- Sensibilisierung aller Ehrenamtlichen (verpflichtende Workshops?)
- Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen
- Gesellschaftlich veraltete Tendenzen erschweren Theorie und Praxis
- Beim Bier fallen die „Hemmungen“
- Routinierte Muster erschweren den Prozess
- Schulen thematisieren das Thema nicht (genug)
- Machtverhältnisse Lehrer/ Schüler
- Arbeitsgruppe PSG erstellen
- Halbjähriges Treffen mit Mitgliedern und Gleichstellungsbeauftragten
- Verbandsübergreifende „Blacklist“
- Gestärkte Öffentlichkeitsarbeit (Kampagnen zur Positionierung der Jugendarbeit)

8. Organisation des Erstwählerforums
Das Erstwählerforum ist eine im Jahr 2025 neu entstandene Gruppe aus Schüler*innen die eine Veranstaltung mit Bezug auf die Kommunal- und Bürgermeisterwahlen auf die Beine stellen wollen. Hier sollen alle Gymnasien zusammen an einen Ort kommen um dort an Podiumsdiskussionen teilzunehmen, in Kontakt mit den Politiker*innen zu treten, eigene Fragen stellen zu können und auf dem Info-Markt mit den Parteien ins Gespräch zu kommen. Zusätzlich soll es auch als Info- und Lernveranstaltung dienen um über Abläufe, Wahlen und alles rund ums Thema aufzuklären.
In dieser Workshopgruppe wurde die Idee kritisch hinterfragt, aber auch konstruktiv gearbeitet. So wurden Ideen generiert und Hinweise sowie Empfehlungen gegeben, um das EWF weitestgehend zu Unterstützen.

